Was ist der VDAX-NEW und was sagt er aus?

Mädchen mit Angst
Ängstliches Mädchen
 

Die Volatilität (das Ausmaß von Preisschwankungen) gehört schon immer zu den Börsen. Während die meisten Trader eine hohe Schwankungsbreite lieben, ist eben diese Volatilität für viele Anleger der Grund, die Börse zu meiden. Besonders hohe Schwankungsbreiten treten in den Aktienpreisen meistens in heftigen Korrekturen auf. Daher lässt sich durch einen Blick auf Volatilitätsindizes, wie den VDAX-NEW, die aktuelle Börsenstimmung ermitteln.


Die Deutsche Börse veröffentlicht für den deutschen Aktienindex DAX die Volatilität über den sogenannten VDAX-NEW. Dieser Volatilitätsindex gibt die implizite Volatilität des DAX wieder – also die erwarteten Schwankungsbreiten für den Deutschen Aktienindex.

Dabei werden nicht etwa die historischen Schwankungsbreiten gemessen. Stattdessen wird über ein Portfolio real gehandelter Optionen die erwartete Volatilität der Marktteilnehmer ermittelt und minütlich zwischen 09:15 Uhr und 17:30 Uhr ausgedrückt.

Anders als beim alten VDAX, werden im VDAX-NEW Optionen „am Geld“ und „aus dem Geld“ genutzt. Dadurch spiegelt der VDAX-NEW einen breiteren Ausschnitt aus dem Terminmarkt wieder. Doch was genau sagt der Wert des VDAX-NEW aus?



Aussagekraft des VDAX-NEW



Der Indexstand des VDAX-NEW gibt in Prozentpunkten an, wie hoch die erwartete Schwankungsbreite der Marktteilnehmer in den nächsten 30 Tagen im DAX ist. Allerdings gibt der Indexstand den Jahreswert wieder.
Eine Notierung von 30 sagt bei einem DAX-Stand von 13.000 Punkten daher folgendes aus:

13.000 * 30 % = 3.900 Punkte

Die Marktteilnehmer erwarten innerhalb der nächsten 30 Tage eine Schwankungsbreite pro Jahr von 3.900 Punkten. Um diese Schwankungsbreite nun auf 30 Tage herunterzurechnen, muss ein Wurzelterm zur Umrechnung genutzt werden. Die Formel dafür lautet:

3.900 Punkte * Wurzel(30/365) = 1.118 Punkte

Die Marktteilnehmer erwarten also eine Schwankungsbreite von 1.118 Punkten. Dieser Wert wird nun in Renditen umgerechnet.

13.000 + 1.118 = 14.118

Das ergibt einen Faktor von 1,086 (14.118 / 13.000).

Und 13.000 / 1,086 = 11.970.

Die Annahme des Marktes lautet also auf Monatssicht:

Der DAX wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 % (Konfidenzniveau aus der Annahme der Normalverteilung) zwischen 14.118 und 11.970 DAX-Punkten schwanken.


Volatilitätsindex als Stimmungsbarometer


Der VDAX-NEW wird von vielen Marktteilnehmern auch als Stimmungsbarometer genutzt. So kann oftmals beobachtet werden, dass tiefe Indexstände des VDAX mit einem Aufwärtstrend im DAX einhergehen. Ein steigender Wert zeigt oftmals Spannungen im Markt an.

So stieg der VDAX-NEW etwa im Jahr 2015 deutlich an. Damals fand der DAX ein Verlaufshoch um dann 30 % zu korrigieren. Damit gilt der Volatilitätsindex auch als Angstbarometer. Je Höher der Wert, desto höher die Angst am Markt.

VDAX-NEW als Angstbarometer
VDAX-NEW und DAX im Vergleich

Weitere nützliche Links zum Thema VDAX-NEW:

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